knix schreibt ...

Dies ist kein klassischer Blog. Ich schreibe nicht nach Plan, nicht nach Themen. Ich schreibe, wenn es nötig ist und über das, was gerade in mir laut wird.


Tags: #Selbstbestimmung #Eigenverantwortung #NeuesDenken #Polizeistaat #Anarchie #Systemkritik #Umdenken


Manchmal frage ich mich, ob wir nicht nur in einem Spiel gefangen sind, bei dem die Regeln ständig geändert werden – ohne dass wir mitreden dürfen. Monarchie, Diktatur, Kommunismus, Demokratie – jedes dieser Systeme scheint auf den ersten Blick verschieden, und doch dreht sich alles um eine simple Wahrheit: die Herrschaft weniger über viele. Ob Kronen, Uniformen, Parteibücher oder Wahlzettel – am Ende scheint es immer auf Kontrolle hinauszulaufen. Und das Bedürfnis, jemanden zu lenken, entspringt wohl tief in uns: ein Misstrauen, das dem Menschen nichts zutraut, solange er nicht in ein System gezwängt wird.

Doch funktioniert das wirklich? Die Monarchie wäre ehrlicher, wenn sie sich nicht mehr als ein Relikt selbst glorifizieren würde, das sich durch Rituale über Wasser hält. Diktaturen verbreiten Angst mit eiserner Faust, aber die Angst frisst nur das Vertrauen, das eine Gesellschaft lebendig macht. Der Kommunismus, mit all seinen utopischen Versprechungen, hat uns vor allem gezeigt, wie anfällig Gleichheit für Machtmissbrauch ist. Und die gefeierte Demokratie? Sie bietet uns Wahlmöglichkeiten wie in einem Schaufenster, während die Fäden im Hintergrund gezogen werden – oft von denen, die nie gewählt wurden.

Was bleibt, wenn all das scheitert? Der Gedanke, dass der Mensch etwas anderes sein kann als ein Zahnrad in der Maschine. Vielleicht ist Anarchie nicht das Synonym für Chaos, als das es oft dargestellt wird – vielmehr könnte sie genau das sein, was weder Monarchien noch Systeme der Unterdrückung zugeben wollen: die Möglichkeit, dass Menschen in Freiheit leben können, ohne sich an Hierarchien festzuklammern.

Natürlich ist der Gedanke beängstigend. Selbstbestimmung verlangt Verantwortung, und Verantwortung ist schwer. Wer wäre ich, das zu leugnen? Aber wie schwer wiegt der Preis, den wir zahlen, wenn wir uns dieser Verantwortung nicht stellen? Kontrollmechanismen, Überwachung, Bürokratie – all das nimmt uns Stück für Stück ab, was uns eigentlich ausmacht. Es fesselt uns, während wir glauben, uns frei zu bewegen. Der Polizeistaat – so sehr er Sicherheit vorgaukeln mag – ist ein Spiegel dafür, wie wenig wir uns und einander trauen.

Eine anarchische Gesellschaft würde nicht bedeuten, dass alles ins Chaos stürzt. Sie wäre keine Welt ohne Regeln, sondern eine Welt ohne Zwänge. Entscheidungen würden auf Freiwilligkeit beruhen, auf Respekt, auf gemeinsamer Kooperation, nicht auf Befehlen von oben. Es wäre eine andere Form des Miteinanders, eine, die nicht vom Misstrauen ausgeht, sondern vom Glauben an die Fähigkeit, Probleme auf Augenhöhe zu lösen.

Natürlich werden Kritiker sagen, dass so etwas Utopie bleibt. Vielleicht haben sie recht. Vielleicht ist der Mensch nicht bereit, auf diese Weise zu leben. Aber ist der Versuch nicht wertvoller, als immer wieder dieselben Schlaufen von Machtmissbrauch und Kontrolle zu durchlaufen? Wir müssten uns nicht gleich in Revolutionen stürzen. Es könnte mit kleinen Handlungen beginnen: mit dem Vertrauen darauf, dass nicht jede Entscheidung von oben kommen muss; mit dem Mut, Verantwortung für sich und füreinander zu übernehmen.

Denn am Ende: Warum sollte gerade das Leben selbst, das keinen Herrn über den Regen oder die Sonne setzt, uns so gestalten haben, dass wir uns Legenden aus Macht und Gehorsam unterwerfen müssen? Vielleicht liegt die Antwort in uns selbst – und damit beginne ich, leise zu hoffen, dass Freiheit nicht das ist, wovor wir uns fürchten sollten, sondern das, wofür wir gemacht sind.

... macht ein knix und geht


Tags: #DiDay, #BigTech, #NoBigTech, #USA, #Europa, #Alternativen, #Datenschutz, #Privatsphäre, #PatriotAct, #YunoHost


Heute ist #DiDay. Ein Tag, der uns daran erinnern soll, dass jeder Klick, jede Suche, jede geteilte Geschichte nicht einfach in den Weiten des Netzes verschwindet, sondern gesammelt, analysiert und zu einem Profil zusammengesetzt wird. Einem Profil, das oft mehr über uns weiß, als wir uns selbst eingestehen möchten.

Die Website zum DiDay bietet nur einen kleinen Ausschnitt. Sie warnt vor Big Tech, aber nicht vor dem stillen, mächtigen Einfluss, der hinter den Kulissen lauert: dem Patriot Act. Ein Gesetz, das es den USA erlaubt, auf Daten zuzugreifen, die auf ihren Servern liegen, egal woher sie stammen. Ein Hintertürchen in unsere Privatsphäre, das viele nicht sehen wollen oder können.

Daher dieser kleine Aufruf, diese sanfte Revolte: Meidet nicht nur die großen Player, sondern allgemein Instanzen, Dienste und Plattformen, die auf US-Servern gehostet sind. Sucht euch Alternativen, die in Europa verwurzelt sind, die unseren Datenschutzgesetzen folgen, die nicht das feine Netz der Überwachung weiterspinnen.

Hier eine ergänzende und dennoch unvollständige Liste zu den wenigen Vorschlägen auf der Di.DAY Website, denn manche dieser Alternativen verstecken sich in Fußnoten oder sind nur verschachtelt zu finden. Diese Liste ist nicht vollständig und sie kann es nicht sein. Sie ist ein Anfang, ein erster Schritt in eine Richtung, in der wir nicht mehr nur Konsumenten, sondern bewusste Gestalter unserer digitalen Existenz werden. Für weitere Informationen und Alternativen, einfach etwas im Netz recherchieren.

Soziale Netzwerke Von X, Threads, Bluesky, Tumblr und anderen zu:

  • Sharkey
  • Akkoma
  • GoToSocial
  • Diaspora
  • Hubzilla
  • Friendica
  • Streams
  • Pixelfed oder Vernissage statt Instagram und Flickr
  • Loops statt TikTok, Reels und Shorts
  • Lemmy statt Reddit
  • PeerTube statt YouTube
  • Owncast statt Twitch
  • WriteFreely oder WordPress statt Tumblr und anderen Blogging-Plattformen.
  • etc.

E-Mail Von Gmail, GMX, web.de, Apple Mail und anderen zu:

  • Tuta Mail
  • Proton Mail
  • Informaniak
  • Posteo
  • Mailbox.org
  • Startmail
  • etc.

Messenger Von WhatsApp, Snapchat und anderen zu:

  • SimpleX
  • Session
  • Matrix
  • Threema
  • Stoat (ehemals Revolt) statt Discord
  • Senfcall oder Jitsi Meet statt Zoom
  • etc.

Browser Von Google Chrome, Edge, Safari und anderen zu:

  • Librewolf
  • Waterfox
  • Ironfox
  • Mullvad
  • Brave
  • Vivaldi
  • etc.

Suchmaschine Von Google, Bing, Perplexity und anderen zu:

  • Qwant
  • DuckDuckGo
  • Brave
  • Startpage
  • etc.

Online-Speicher Von Google Drive, iCloud, OneDrive zu:

  • Nextcloud
  • Owncloud
  • KDrive
  • Proton Drive
  • etc.

Bücher und eBooks Der Hinweis, von Amazon zu einer Buchhandlung zu wechseln, ist großartig und wichtig. Doch noch wichtiger ist es, wenn möglich, kleine, unabhängige Buchhandlungen zu unterstützen. Vielleicht hat diese das gewünschte Buch nicht vorrätig und muss bestellt werden, aber deine Geduld kann diesen Laden am Leben erhalten. Es gibt auch Online-Shops für E-Books, die nicht an ein Konto gebunden sind, wie bei Amazon. Du erhältst eine Datei, die du auf jedem kompatiblen Gerät nutzen kannst, frei, unabhängig, dein.

Zusätzliche Anmerkungen Wenn du Apple-Produkte nutzt, ist ein Wechsel zu empfehlen. Apple ist Big Tech, das dich permanent überwacht. Viele behaupten, ein Wechsel sei aufwendig oder kaum umsetzbar. Doch ich war selbst vor Jahren im Apple-Ökosystem und habe gewechselt. Es war kein Aufwand und für ein einzelnes Gerät in wenigen Minuten erledigt.

Der Wechsel der Dienste ist wichtig, doch das Betriebssystem horcht weiter. Auch hier solltest du handeln.

Smartphone OS von iOS oder Google Android zu:

  • GrapheneOS
  • /e/OS
  • SailfishOS
  • PostmarketOS
  • Ubuntu Touch
  • etc.

Computer OS Von Windows, macOS, ChromeOS zu:

  • CachyOS
  • Linux Mint
  • Manjaro
  • Debian
  • etc.

Die Königsdisziplin: Selbst hosten Einige Dienste lassen sich selbst hosten – für maximale Kontrolle und Datenschutz. Du kannst alles manuell auf einem Server deines Vertrauens einrichten. Wenn du Zeit sparen oder dich langsam einarbeiten möchtest, gibt es YunoHost. Einmal installiert, stehen unzählige Dienste als Apps bereit, die mit einem Klick installiert werden können. Die Dokumentation sollte vorab gelesen werden, da es einige Schritte sind.
Hoster gibt es einige, die fair agieren. Du kannst aber auch einen eigenen Heimserver aufbauen. Ein Raspberry Pi ist ein Anfang, auch wenn er in seiner Leistung sehr limitiert ist.

Dies ist kein Aufruf zur radikalen Abschottung. Es ist eine Einladung, bewusster zu werden. Jeder Wechsel, jede kleine Entscheidung für mehr Privatsphäre ist ein Schritt in eine Richtung, in der wir nicht mehr nur beobachtet werden, sondern selbst entscheiden, was wir preisgeben.
Vielleicht ist das die eigentliche Revolte: nicht im Lärm, sondern in der Stille. Nicht im großen Aufstand, sondern in den kleinen, täglichen Entscheidungen.

Viel vergnügen ...

... macht ein knix und geht