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yunohost


Tags: #YunoHost #Server #HomeServer #SelfHosting #Fediverse #OpenSource #FOSS #NoBigTech #DigitaleAnarchie #DigitaleSelbstbestimmung


Was ist YunoHost?

Manchmal wünscht man sich doch, wieder ein bisschen mehr Kontrolle über die Dinge zu haben – gerade, wenn es um die eigenen Daten geht. Genau hier setzt YunoHost an: ein freies Betriebssystem, das dir ermöglicht, deine eigene Server-Umgebung einfach und sicher zu betreiben. Du kannst damit Webanwendungen direkt auf deinem eigenen Server hosten, sei es zu Hause neben dem WLAN-Router oder auf einem gemieteten Server irgendwo in der “Cloud”.

YunoHost wird von einer leidenschaftlichen Open-Source-Community gepflegt und basiert auf Debian GNU/Linux. Es vereinfacht viele technische Hürden und schafft Platz für mehr Zeit – Zeit, um deinen Anwendungen eine persönliche Note zu geben.

Wie funktioniert YunoHost?

YunoHost bringt eine intuitive Weboberfläche mit, die selbst Einsteigerinnen ohne großes Vorwissen durch die Server-Verwaltung lotst. Benutzerinnenkonten, Domains und selbst die Installation neuer Apps sind in kürzester Zeit eingerichtet. Besonders überzeugend: das in YunoHost integrierte Single Sign-On-System. Damit können Nutzer*innen sich einmal anmelden und erhalten automatisch Zugriff auf alle installierten Apps – ein bisschen wie eine persönliche Schaltzentrale für dein digitales Leben.

Beliebte Anwendungen

Einer der großen Vorteile von YunoHost ist die riesige Auswahl an Anwendungen, die du mit nur wenigen Klicks installieren kannst. Hier ein paar der beliebtesten Beispiele:

  • Nextcloud: Der unangefochtene Favorit für Dateifreigabe, Synchronisation und Teamarbeit.
  • WriteFreely: Perfekt, um deinen Blog ins Leben zu rufen.
  • Mastodon: Der Platzhirsch unter den Microblogs im Fediverse. Basic und stabil.
  • Sharkey: Microblogging basierend auf Misskey mit einer sehr schönen Weboberfläche und zusätzlichen Funktionen, die Mastodon nicht bietet.
  • Matrix: Ein Messenger den du selbst kontrollierst.
  • CryptPad: Kollaborative Office-Suite, die Ende-zu-Ende verschlüsselt und Open-Source ist.

TunoHost-App-Katalog

Installation von YunoHost

Die Installation von YunoHost ist so gestaltet, dass sie nicht viel technisches Vorwissen voraussetzt – und damit kannst du dein eigenes Projekt ziemlich schnell starten. Ich habe im Netz gestöbert und zwei hilfreiche Anleitungen gefunden, die dir den Einstieg erleichtern:

Heim-Server: Der DIY-Weg

Wenn du einen Raspberry Pi oder ähnliches zu Hause hast, könntest du YunoHost darauf installieren. Es ist eine großartige Möglichkeit, einen Home-Server einzurichten, der dir gehört und nur dir. Hier findest du die passende Anleitung:
YunoHost auf einem Heim-Server installieren

Gehosteter Server (VPS): Für mehr Leistung

Falls du lieber auf einen gehosteten Server setzt, also zum Beispiel einen Virtual Private Server (VPS) irgendwo online mietest, gibt es auch dafür einfache Installationsanleitungen. Eine findet sich hier:
YunoHost auf einem VPS installieren

Herausforderung: Wenn’s mal klemmt ...

So einfach YunoHost in der Regel funktioniert, gibt es hin und wieder diese kleinen Momente, in denen eine App nicht korrekt installiert wird oder irgendetwas nicht wie geplant läuft. Für erfahrene Server-Admins ist das oft nur eine Kleinigkeit. Alle anderen müssen aber auch nicht den Mut verlieren: KI-basierte Tools können dir bei der Analyse helfen. Meist ist das Problem innerhalb weniger Minuten behoben.

YunoHost-Weboberfläche

Für wen eignet sich das?

Wer spaß daran hat. Wer ein neues Hobby sucht. Wer Wert auf Kontrolle legt. Wenn du deine Software oder Dienste selbst hostest, hast du auch alles in der Hand. Deine Daten sind bei dir und du bestimmst selbst was und wie du es machst. YunoHost passt hervorragend zu den Themen Privatsphäre, Datenschutz, digitale Selbstbestimmung, No Big Tech, Open-Source usw.

Fazit

YunoHost ist mehr als bloß ein Server: Es ist eine Einladung, wieder selbst die Zügel in die Hand zu nehmen. Egal, ob du eine Plattform für dein Team, eine private Cloud oder eine eigene Website möchtest – YunoHost macht all das und mehr nicht nur möglich, sondern auch angenehm unkompliziert. Und sollte es doch einmal haken: Es gibt immer einen Weg, weiterzukommen. Vielleicht ist das am Ende gerade das Schöne daran.

Du möchtest loslegen? Probier es aus. Du wirst erstaunt sein, wie viel du mit ein wenig Neugier und YunoHost erreichen kannst.

... macht ein knix und geht


Tags: #DiDay, #BigTech, #NoBigTech, #USA, #Europa, #Alternativen, #Datenschutz, #Privatsphäre, #PatriotAct, #YunoHost


Heute ist #DiDay. Ein Tag, der uns daran erinnern soll, dass jeder Klick, jede Suche, jede geteilte Geschichte nicht einfach in den Weiten des Netzes verschwindet, sondern gesammelt, analysiert und zu einem Profil zusammengesetzt wird. Einem Profil, das oft mehr über uns weiß, als wir uns selbst eingestehen möchten.

Die Website zum DiDay bietet nur einen kleinen Ausschnitt. Sie warnt vor Big Tech, aber nicht vor dem stillen, mächtigen Einfluss, der hinter den Kulissen lauert: dem Patriot Act. Ein Gesetz, das es den USA erlaubt, auf Daten zuzugreifen, die auf ihren Servern liegen, egal woher sie stammen. Ein Hintertürchen in unsere Privatsphäre, das viele nicht sehen wollen oder können.

Daher dieser kleine Aufruf, diese sanfte Revolte: Meidet nicht nur die großen Player, sondern allgemein Instanzen, Dienste und Plattformen, die auf US-Servern gehostet sind. Sucht euch Alternativen, die in Europa verwurzelt sind, die unseren Datenschutzgesetzen folgen, die nicht das feine Netz der Überwachung weiterspinnen.

Hier eine ergänzende und dennoch unvollständige Liste zu den wenigen Vorschlägen auf der Di.DAY Website, denn manche dieser Alternativen verstecken sich in Fußnoten oder sind nur verschachtelt zu finden. Diese Liste ist nicht vollständig und sie kann es nicht sein. Sie ist ein Anfang, ein erster Schritt in eine Richtung, in der wir nicht mehr nur Konsumenten, sondern bewusste Gestalter unserer digitalen Existenz werden. Für weitere Informationen und Alternativen, einfach etwas im Netz recherchieren.

Soziale Netzwerke Von X, Threads, Bluesky, Tumblr und anderen zu:

  • Sharkey
  • Akkoma
  • GoToSocial
  • Diaspora
  • Hubzilla
  • Friendica
  • Streams
  • Pixelfed oder Vernissage statt Instagram und Flickr
  • Loops statt TikTok, Reels und Shorts
  • Lemmy statt Reddit
  • PeerTube statt YouTube
  • Owncast statt Twitch
  • WriteFreely oder WordPress statt Tumblr und anderen Blogging-Plattformen.
  • etc.

E-Mail Von Gmail, GMX, web.de, Apple Mail und anderen zu:

  • Tuta Mail
  • Proton Mail
  • Informaniak
  • Posteo
  • Mailbox.org
  • Startmail
  • etc.

Messenger Von WhatsApp, Snapchat und anderen zu:

  • SimpleX
  • Session
  • Matrix
  • Threema
  • Stoat (ehemals Revolt) statt Discord
  • Senfcall oder Jitsi Meet statt Zoom
  • etc.

Browser Von Google Chrome, Edge, Safari und anderen zu:

  • Librewolf
  • Waterfox
  • Ironfox
  • Mullvad
  • Brave
  • Vivaldi
  • etc.

Suchmaschine Von Google, Bing, Perplexity und anderen zu:

  • Qwant
  • DuckDuckGo
  • Brave
  • Startpage
  • etc.

Online-Speicher Von Google Drive, iCloud, OneDrive zu:

  • Nextcloud
  • Owncloud
  • KDrive
  • Proton Drive
  • etc.

Bücher und eBooks Der Hinweis, von Amazon zu einer Buchhandlung zu wechseln, ist großartig und wichtig. Doch noch wichtiger ist es, wenn möglich, kleine, unabhängige Buchhandlungen zu unterstützen. Vielleicht hat diese das gewünschte Buch nicht vorrätig und muss bestellt werden, aber deine Geduld kann diesen Laden am Leben erhalten. Es gibt auch Online-Shops für E-Books, die nicht an ein Konto gebunden sind, wie bei Amazon. Du erhältst eine Datei, die du auf jedem kompatiblen Gerät nutzen kannst, frei, unabhängig, dein.

Zusätzliche Anmerkungen Wenn du Apple-Produkte nutzt, ist ein Wechsel zu empfehlen. Apple ist Big Tech, das dich permanent überwacht. Viele behaupten, ein Wechsel sei aufwendig oder kaum umsetzbar. Doch ich war selbst vor Jahren im Apple-Ökosystem und habe gewechselt. Es war kein Aufwand und für ein einzelnes Gerät in wenigen Minuten erledigt.

Der Wechsel der Dienste ist wichtig, doch das Betriebssystem horcht weiter. Auch hier solltest du handeln.

Smartphone OS von iOS oder Google Android zu:

  • GrapheneOS
  • /e/OS
  • SailfishOS
  • PostmarketOS
  • Ubuntu Touch
  • etc.

Computer OS Von Windows, macOS, ChromeOS zu:

  • CachyOS
  • Linux Mint
  • Manjaro
  • Debian
  • etc.

Die Königsdisziplin: Selbst hosten Einige Dienste lassen sich selbst hosten – für maximale Kontrolle und Datenschutz. Du kannst alles manuell auf einem Server deines Vertrauens einrichten. Wenn du Zeit sparen oder dich langsam einarbeiten möchtest, gibt es YunoHost. Einmal installiert, stehen unzählige Dienste als Apps bereit, die mit einem Klick installiert werden können. Die Dokumentation sollte vorab gelesen werden, da es einige Schritte sind.
Hoster gibt es einige, die fair agieren. Du kannst aber auch einen eigenen Heimserver aufbauen. Ein Raspberry Pi ist ein Anfang, auch wenn er in seiner Leistung sehr limitiert ist.

Dies ist kein Aufruf zur radikalen Abschottung. Es ist eine Einladung, bewusster zu werden. Jeder Wechsel, jede kleine Entscheidung für mehr Privatsphäre ist ein Schritt in eine Richtung, in der wir nicht mehr nur beobachtet werden, sondern selbst entscheiden, was wir preisgeben.
Vielleicht ist das die eigentliche Revolte: nicht im Lärm, sondern in der Stille. Nicht im großen Aufstand, sondern in den kleinen, täglichen Entscheidungen.

Viel vergnügen ...

... macht ein knix und geht